Evangelische Stiftung Hephata - kopfsache2
http://www.hephata-mg.de - gedruckt am: 30.07.2010 00:05 Uhr
Spendenprojekt
 

Achim Schneiderüberlebte - aber seineGehirnzellen starben

Seit seinem Herzinfarkt vor mittlerweile vier Jahren gilt der heute 39jährige ehemalige Bürokaufmann als schwerstbehindert. Und seit nunmehr drei Jahren lebt er in einer Wohngruppe der Evangelischen Stiftung Hephata. Seine Mitbewohner registrieren, dass er anders ist als sie. Denn oft erkennt er sie nicht, vergisst, wer sie sind und vergisst, wo es zur Toilette geht, vergisst, welches sein Zimmer ist. Immer wieder müsste er fragen, doch das will er nicht. Deshalb versucht er anders zurechtzukommen, sich an Farben, Fotos oder anderen Punkten zu orientieren. Kontakte mit den geistig behinderten Mitbewohnern meidet er - zu groß ist die Enttäuschung, dass er sich nicht an sie erinnert. Für sie. Aber auch für ihn selbst. Während die Mitarbeiter den Umgang mit Achim Schneider als Herausforderung und besondere Motivation erleben, ist er für seine Angehörigen eine extreme Belastungsprobe. Denn zu erleben, wie der Bruder, Vater, Ehemann oder Sohn einen selbst nicht erkennt, ist hart. Oftmals am Rande des Erträglichen. Achim Schneider lebt zurzeit ein einsames Leben. Eine Freude können ihm die Mitarbeiter mit Fotos machen. Fotos, die ihn zum Beispiel bei einem Ausflug zeigen. Manchmal erkennt er so Dinge wieder, die er erst kürzlich erlebt hat. Die ihm in dem Moment vielleicht sogar Spaß machten. Trotz aller Mühen der Mitarbeiter, die ihn zu Hause und bei der Arbeit begleiten, war und ist es bisher nicht möglich, ihm eine spezifisch adäquate Assistenz zu ermöglichen. Deshalb wird Hephata ihm und anderen, mit einer ähnlichen Diagnose, schon im kommenden Jahr eine spezielle alltagsorientierte Assistenz in einer eigenen Wohngruppe anbieten, die explizit auf Menschen mit erworbener Hirnschädigung ausgerichtet ist.

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